Die Geschichte spielt in der Felsenwelt der alten Nabatäer-Hauptstadt Petra im heutigen Jordanien. Harun hat mit seinem alten Leben abgeschlossen. Auf dem Höhepunkt der Krise entdeckt er in den Felsentempeln, in denen er haust, merkwürdige Gestalten. Sie entpuppen sich als eine Gruppe aus Archäologen und veritablen Einheimischen, die sich hier regelmäßig zu geheimnisvollen Zusammenkünften treffen.
Er erfährt einiges Neues . . .
Werner Walter Güttler, Ehrenbürger des Staates Jordanien, lebt in Hannover. Er ist Redner der Großloge der AFuAM, war bis zu seiner Pension Leiter einer Volkshochschule und zeichnet sich als Kenner der alten Mysterien aus mit seinem literarischen Hauptwerk.
Anne (Thursday, 06 December 2007) Bewertung: Die Geschichte hat mich sehr gefesselt. Sie vermittelt interessante Einblicke in alte Kulturen, vergleicht Religionen und sucht vor allem nach Verbindungen und Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen; somit auch zwischen den Völkern. Statt kleinliche Unterschiede groß hervorzuheben, werden wesentliche Gemeinsamkeiten zwischen Menschen hervorgehoben und für eine friedliches Miteinander gesorgt.
Interessant finde ich, dass das Buch sehr lebensbejahende Perspektiven eröffnet und der Tod nur als Veränderung wahrgenommen wird. Er gehört zum Leben dazu und ist nicht unser größter Feind. Hierbei wird er eher als Erlöser angesehen.
Der Roman ist anspruchsvoll , aber sehr lesenswert. Kennzeichnend sind ein guter Sprachstil, klare Gedankengänge und interessante anregende Diskussionen. Er hat mich zum Weiterdenken angeregt und deshalb empfehle ich ihn mit gutem Gewissen weiter.
Daniel Bigalke, Dipl.-Pol. (Saturday, 17 November 2007) Bewertung: Güttler bietet Lösungen im Umgang mit Religionen an: „Nenn ihn, wie du willst: Allah, Gott oder mit verschiedenen Namen aller Religionen und Philosophien der Menschen. Löse ihn zuerst von dem erfundenen Namen, verstehe ihn wirklich in seiner Macht, dann ist auch seine ordnende Kraft, das Väterliche, das uns helfend und dienend Zugestellte.“ Oder: „Gott ist nicht mit unseren Sinnen zu fassen. Gelingt es dir aber, von Allah so schlicht zu denken, dann bist du fähig, jeden anderen Menschen in seiner Religion zu würdigen.“ Ergänzt werden diese Lebensweisheiten durch bildliche Veranschaulichungen darüber, welche Vorstellungen aus Altägypten, Mesopotamien sich mit altsemitischen und hethitischen Philosophien vermischten. Was diese vorliegende Traumlegende ausmacht, ist ihr Kenntnisreichtum altweltlicher Religion und Spiritualität. Sie ergibt das praktizierte Bild einer fruchtbaren Konvergenz von rationaler Wissenschaft und zugleich träumerisch-narrativer Leidenschaft, um schließlich als Meisterwerk des Denkens überhaupt eine Bastion menschlicher Lebens- und Realienkunde in Romanform zu werden, wie sie der eingeweihte Leser nur noch von dem Urtypus dieses Genres, nämlich von Baltasar Graciáns „Kritikon“ (1651), kennt.
Ganz klar hierbei, daß existenzielle Lebenserkenntnisse konsequent auszuleben anempfohlen werden: „Unser Sein ist zwischen Entstehen und Vergehen eingefügt, darum kann es nicht verharren, sondern muß fortschreiten, Erwartung aufnehmen und Verzicht entlassen, bis es vor der letzten, höchsten Erwartung ankommt, dort, wo es dann auf alles verzichten muss, was es handelnd lebte, erlebte.“ Dieses Buch ist jenen Denkenden und Suchenden zu empfehlen, die sich endgültig von partikularer Bedrängnis im Geiste befreit haben und das Ganze konsequent selbst zu denken wagen.