broschierte Ausgabe, Softcover
Übersetzer: Leni Tschudi-Rüegg
erschienen 3. Auflage, 1. April 2015
120 Seiten,   Preis [D] 12,90 €
ISBN 978-3-941848-05-4

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Jeannie Gunn

Die kleine schwarze Prinzessin aus dem Never-Never


"In einem Haus zu wohnen, das zufällig in einer Gegend steht, wo ausschließlich Aboriginals leben, heißt noch lange nicht, mit ihnen zu leben, obwohl dies manche Leute behaupten." So schreibt Jeannie Gunn in ihrem Buch "Die kleine schwarze Prinzessin aus dem Never – Never". Es wurde 1906 veröffentlicht und von Leni Tschudi-Rüegg erstmalig ins Deutsche übersetzt.

Die autobiographische Geschichte erzählt von der Farmersfrau und wie sie genau das tut, was viele Weiße, vor allem zu der damaligen Zeit, nicht getan hätten: Sie versucht, sich auf die Aboriginals einzulassen und mit ihnen zu leben.

Jeannie Gunn trifft auf ein kleines Mädchen, das vor einem Stammeskampf geflohen ist. Sie nimmt es zu sich. Auf anrührende Weise erzählt sie, wie sie das Mädchen und ihren Stamm kennenlernt. Dabei bleiben Humor und eine optimistische Sichtweise nicht auf der Strecke. Sie lässt sich nicht von den für sie außergewöhnlichen Bräuchen und Verhaltensweisen abschrecken, sondern ist geduldig, fragt nach und akzeptiert diese. So ist das Englisch der Ureinwohner außergewöhnlich. Sie spricht mit ihnen diese komische Sprache, die sie dem Leser sehr erheiternd zu übersetzen versteht.

Sie verurteilt Verhaltensweisen nicht, die in unserer Zivilisation als falsch angesehen werden. Auf diesem Weg schließt Jeannie Freundschaft mit dem Stammesältesten, der auf der Farm hilft und ihr vertrauensvoll einiges über den Stamm erzählt.

Ihre erzieherischen Maßnahmen bleiben meist erfolglos und sie merkt schnell, woran das liegt: Dieses Volk lebt in der Wildnis und ist dort zu Hause. Die Aboriginals können die Lebensart der Weißen nicht verstehen, weil sie im Busch glücklich sind. Was wir als Grausamkeiten der Wildnis ansehen, ist für sie normal, und so leben sie unbeschwert. Sie albern gerne herum und lösen die Aufgaben, die ihnen Jeannie gibt, spielerisch, weil sie sonst darin keinen Sinn sehen. Davon erzählt sie mit einer Leichtigkeit, die die Eigenarten der Aboriginals wiedergibt und die Faszination auf den Leser überspringen lässt. Dieses besondere Kinderbuch ist nicht nur für jedes Alter geeignet, sondern auch eine anthropologische Fundgrube. Es ist ein fantastisches, unbeschwertes und humorvolles Lesevergnügen.

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