broschierte Ausgabe, Softcover
erschienen 2010
156 Seiten,   Preis [D] 12,50 €
ISBN 978-3-941848-03-0

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Die Stimme meiner Mutter


 

„Die Stimme meiner Mutter“, von Jackie Huggins, macht auf das Schicksal von tausenden Aboriginals aufmerksam, die zusammen mit Eltern und Geschwistern vertrieben und in Reservate gesperrt worden sind. Indem Rita von ihrem Leben erzählt, wird klar, wie viel die Ureinwohner unter den Weißen gelitten haben und wie stolz dieses Volk trotzdem ist.

Rita hat Schicksalsschläge zu verzeichnen, die sie ertragen kann, weil sie immer wusste, wo sie hingehört. Auch ihren Kindern kann sie die Wichtigkeit der Identität und Würde vermitteln. Ritas Tochter Jackie gibt dem Leser einige Hintergrundinformationen und Ergänzungen aus ihrer Perspektive. Dieses Buch zeigt, wie stark eine unterdrückte und oft alleingelassene Frau sein kann. Es verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass eine Ethnie ihre Identität leben kann. Diese Biographie haben die beiden Frauen zusammen in langen Gesprächen erarbeitet.

Der Bericht beginnt in der frühen Jugend Ritas, da sie noch mit ihrer Familie in der Idylle einer fruchtbaren Oase und in Harmonie mit Natur und ihren Verwandten aufwachsen durfte, – doch nicht lange. Darauf folgten qualvolle und erniedrigende Jahre der "Sozialisation", d.h. der Eingliederung in das westliche Wertesystem, wobei den Aboriginies die untersten gesellschaftlichen Ränge zugedacht waren.
 
Trotz all der Widrigkeiten und Erniedrigungen, seitens der Behörden und der unsensiblen und unwissenden Weissen, denen sie in einem gewissen Maße auch bis heute noch ausgesetzt war, und trotz etlicher familiärer Schicksalschläge, schaffte es Rita sich, ihre Kinder und Enkelkinder mit vielen Opfern und Rückschlägen durchzubringen.
 
Eindrucksvoll ist auch die in Phasen geschilderte "Emanzipation" Ritas und vieler mit ihr befreundeten Aborigines, die sich ab den 60er Jahren zu organiseren begannen. Besonders auffällig ist, dass es sich dabei nicht um eine Entwicklung weg von einer oft malerisch, aber steinzeitlich dargestellten lebensweise in der Natur handelt, sondern vornehmlich um den harten Lebenskampf in der Zivilisation, dessen Härte vor allem von Vorurteilen gegenüber Hautfarbe und Abstammung bestimmt war.

 

 

 

 

 

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